Vienna Film Commission

41. Branchenstammtisch

Dr. Wolfgang Pichler von der MA 60 – Veterinärdienste und Tierschutz, informierte beim 41. Branchenstammtisch gemeinsam mit seiner Kollegin, Amtstierärztin Dr.in Christine Schlacher über die Abläufe, Verfahren, Vorgaben und Fristen bei Dreharbeiten mit Tieren.

Nach den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes bedarf die Mitwirkung beziehungsweise Verwendung von Tieren bei Filmaufnahmen einer behördlichen Bewilligung. Parteistellung ist die Tierschutz Ombudsstelle Wien. Zu den tierschutzrechtlichen Verfahren kommen hier auch Einzelverfahren von anderen Ämtern hinzu.

Der Dreh muss für alle Wirbeltiere genehmigt werden, wobei die Bewilligung für Haustiere grundsätzlich viel einfacher abzuwickeln ist als für Wildtiere, Greifvögel oder Reptilien. Die Tiere dürfen unter keinen Umständen zu Schaden kommen. Schlacht- oder Jagdszenen sind erlaubt, aber nur, wenn sie in dem gesetzlichen Rahmen in dem Schlachtungen oder Jagden stattfinden, gefilmt werden. Fiaker dürfen ohne Sondergenehmigung gefilmt werden, sofern diese nicht von den alltäglichen Anforderungen der Fiaker abweichen. (keine speziellen Kutschen oder Umgebungen etc.)

Für den Antrag ist entscheidend, eine detaillierte Beschreibung des Ablaufs und der Voraussetzungen für die Tiere vorzulegen. Hier sind beispielsweise Angaben zu den äußeren Umständen des Drehortes, Transport, Art des Käfigs, Auslaufdauer, Rückzugsmöglichkeit, Art und Länge der Spielszenen etc. wesentlich.

Die Vorlaufzeit für einen Antrag beträgt mindestens 6 Wochen. Um Verzögerungen der Bewilligung durch Drehverschiebungen etc. zu verhindern ist es sinnvoll um eine Genehmigung für einen längeren Zeitraum anzusuchen. Dies ist auch über mehrere Monate möglich. Wichtig ist, so früh wie möglich ein Ansuchen mit den Basisinformationen einzureichen. Zusätzliche Informationen können bei Bedarf nachgereicht werden. Wenn mehrere Tiere in einem Filmprojekt vorkommen reicht ein Ansuchen mit Angabe aller mitwirkenden Tiere aus.

Eine verantwortliche Person (zB.TiertrainerIn) mit einer dauerhaften Basisbewilligung zu beauftragen wird empfohlen. Ist diese Bewilligung vorhanden, kann das weitere Genehmigungsverfahren auch in wesentlich kürzerer Zeit erfolgen. Personen mit einer derartigen Dauerbewilligung finden Sie auch in unserer Branchendatenbank.

Die Genehmigung ist grundsätzlich nur in dem Bundesland gültig, in dem gedreht wird. Die unterschiedlichen Ombudsstellen arbeiten jedoch teilweise zusammen. So gibt es unter vorheriger Absprache auch die Möglichkeit, eine Genehmigung für mehrere Bundesländer zu erhalten.