PRUNKSAAL DER ÖSTERREICHISCHEN NATIONALBIBLIOTHEK

Der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek – die ehemalige kaiserliche Hofbibliothek – gilt als schönster Bibliothekssaal der Welt, als barockes Gesamtkunstwerk. Kaiser Karl VI. veranlasste den Bau dieses Juwels profaner Barockarchitektur für seine Hofbibliothek. Erbaut wurde der Prunksaal von 1723 bis 1726 nach Plänen des Hofarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und dessen Sohn Joseph Emanuel. Die prächtigen Deckenfresken stammen von Daniel Gran und wurden 1730 fertiggestellt.

Die Fresken im Eingangsflügel („Kriegsflügel“) behandeln weltliche und kriegerische Themen. Im hinteren, an die Hofburg angrenzenden Friedensflügel mit dem ursprünglichen Zugang für den Kaiser und den Hof sind allegorische Darstellungen des Himmels und des Friedens zu sehen. Das Fresko in der knapp 30 Meter hohen Kuppel stellt die Apotheose Karls VI., des Bauherrn der Hofbibliothek, mit einer Allegorie auf die Erbauung der Bibliothek dar. Die vier im Mitteloval aufgestellten barocken Prunkgloben stammen von Vincenzo Coronelli (1650–1718). Gemeinsam mit den Marmorstandbildern der Brüder Peter und Paul Strudel und den Bücherschränken aus Nussholz bilden sie ein authentisches Bild der barocken Universalbibliothek des 18. Jahrhunderts.
Unter den rund 200.000 Büchern, die im Prunksaal verwahrt werden, befindet sich auch die 15.000 Bände umfassende Privatbibliothek des Prinzen Eugen von Savoyen (1663–1736) im Mitteloval.

Der Raum ist 80 Meter lang und 34 Meter breit.

(c) Österreichische Nationalbibliothek