Atelierhaus der Akademie der BildendenKünste Wien (ehem. Semper Depot)

Das Semperdepot (ehem. königlich-kaiserliches Hoftheater-Kulissendepot) wurde 1874 bis 1877 von den Architekten Gottfried Semper und Carl Freiherr von Hasenauer erbaut und diente als Depot und Produktionsstätte für Theaterdekorationen und -kulissen. Es liegt in der Lehargasse 8 im 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf und ist heute das Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien. Das ehemalige K.k. Hoftheater-Kulissendepot ist der einzige erhaltene Nutzbau von Gottfried Semper in Österreich. Es greift die florentinische Palastbaukunst auf und beeindruckt durch seine Rationalität und Klarheit. Der dreieckige Grundriss des Gebäudes ist der ungewöhnlichen Grundstücksform geschuldet.
Tritt man durch das Haupttor, gelangt man in den hufeisenförmigen Prospekthof, einen überdachten Innenhof, der sich über alle Stockwerke erstreckt und an einen abstrahierten Theaterraum gemahnt. Am Kopfende ist ein eingefügtes Halbrund von sechs ansteigenden Stufen, das das Thema des antiken Theaters aufgreift. Von dort gelangt man in den rückwärtigen Gebäudeteil. In jedem Geschoß liegen zwei große, vom Grundriss her idente Säle, die durch eine Feuermauer getrennt sind. Gusseisensäulen mit eisernen Trägern bilden das tragende Skelett für die hölzernen Deckenbohlen.Im 2. Stock wartet eine weiter Überraschung dieses einzigartigen Architekturjuwels: der 12 Meter hohe Mehrzwecksaal mit seiner aus Eisenblechelementen gestaltete Decke.
Seit 1996 beherbergt das Haus Ateliers und Werkstätten der Akademie der bildenden Künste Wien, der Prospekthof, der Ausstellungsraum EG Nord und der Mehrzwecksaal können aber temporär für Filmaufnahmen und Veranstaltungen auch extern angemietet werden.

© Gerhard Koller