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Gemeindebau Fischerstiege

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Locationnummer: 1010060

Pedestrian Zone
Municipal Housing
Courtyard
Elevator
Cobblestone Street
Stairs
Staircase
Housing Complex
Residential Area
1950s
Indoors & Outdoors
Elevator

Nach schweren Kriegszerstörungen im sogenannten Textilviertel wurde ein städtebaulicher Wettbewerb zur Neugestaltung ausgeschrieben. Obwohl die architektonisch ansprechendsten Entwürfe von Otto Nadel, Alfred Kratochwil und dem Duo Boltenstern-Wachberger stammten, setzte sich das Projekt von Otto Niedermoser und Hans Petermair aufgrund seiner überzeugenden städtebaulichen Lösung durch. Das 1951 vom Gemeinderat beschlossene Gesamtprojekt umfasste 148 Wohnungen, Geschäfts- und Büroräume sowie den für die Nachkriegszeit ungewöhnlichen Ausbau des Dachgeschosses zu Ateliers. Die wenigen Gemeindebauten der Nachkriegszeit in der Innenstadt dienten meist der Schließung von Bombenlücken, doch die Anlage Fischerstiege stellt eine größere städtebauliche Überbauung dar, die sowohl den historischen Altstadtgrundriss als auch das moderne Konzept der Wohnhöfe berücksichtigt. Die schlicht verputzte Lochfassade mit dezent gerahmten Fenstern sowie angepassten Gesims- und Traufenhöhen fügt sich harmonisch in die Umgebung ein, wobei das abfallende Straßenniveau zu einer horizontal gestaffelten Fassadenstruktur führt. Die vertikale Gliederung mit Geschäftszone, Zwischen- und Hauptgeschossen wird durch ein steiles Dach mit Gaupen abgeschlossen, das der Architektursprache des Viertels entspricht. Die Fischerstiege wurde urkundlich erstmals 1373 erwähnt; bis Ende des 18. Jahrhunderts befand sich dort das Fischertor der babenbergischen Stadtmauer, das unter Kaiser Joseph II. entfernt wurde. Eine Gedenktafel am Haus Nr. 3 erinnerte mit einer Darstellung der Stiege und einer Inschrift an diese historische Verbindung. Der Straßenname geht darauf zurück, dass eine Stiege die Stadt über Brücke und Tor mit den Fischern am Donauufer, dem heutigen Donaukanal, verband.

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