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Gemeindebau Friedrich-Engels-Platz

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Locationnummer: 1200008

Gemeindebau
Innenhof
Lift
Spielplatz
Stiegenhaus
Wohnhausanlage
1930er
Innen- & Außenbereich

Die Wohnhausanlage liegt in den ehemaligen Donauauen und ist nach dem Sandleitenhof in Ottakring der zweitgrößte Wohnbau des Roten Wien; ursprünglich von Rudolf Perco deutlich größer geplant, musste sie aus Kostengründen von rund 2.300 auf etwa 1.400 Wohnungen reduziert werden. Die feierliche Eröffnung im Jahr 1933 wurde zu einem politischen Großereignis der Wiener Sozialdemokratie, bevor die Anlage wenige Monate später aufgrund ihrer strategischen Lage an der Floridsdorfer Brücke zum Schauplatz der blutigen Februarkämpfe wurde. Die Monumentalität vieler Wohnhausanlagen der Zwischenkriegszeit geht auf die Schule Otto Wagners zurück, an deren Ideen Rudolf Perco am Friedrich-Engels-Platz mit einem streng an einer „Idealstadt“ orientierten Grundriss und im Sinne der expressionistischen Vorstellungen der damaligen Stadtregierung anknüpfte. Besonders prägend ist die konstruktivistisch-monumentale Torbauanlage mit Wohntürmen, hohen Eckrisaliten, Fahnenmasten und umlaufenden Balkonen, die den repräsentativen Charakter des Eingangs betont. Die weitläufigen, sachlich gestalteten Wohnhöfe mit Grünflächen sowie die geometrisch gegliederten Fassaden werden durch Balkongitter, Torgitter und markante Details wie die Wäscherei mit ihrem hohen Schlot und der weithin sichtbaren Uhr akzentuiert. Putzstreifen, Balkonkästen sowie unterschiedlich gestaltete Balkon- und Torgitter mit konstruktivistischen Details setzen an den Fassaden Akzente, vor dem Haupteingang befinden sich Tierdarstellungen. Der Platz ist nach dem Historiker und Philosophen Friedrich Engels (1820–1895) benannt, der gemeinsam mit Karl Marx die marxistische Gesellschaftstheorie entwickelte und 1848 das „Kommunistische Manifest“ veröffentlichte.

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