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Gemeindebau Reismannhof

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Locationnummer: 1120004

Gemeindebau
Innenhof
Stiegenhaus
Wohnhausanlage
1920er
Innen- & Außenbereich

Der sogenannte Reismannhof umfasst die Straßen Am Fuchsenfeld, Längenfeldgasse, Rizygasse und Karl-Löwe-Gasse und zählt zu den frühesten kommunalen Wohnbauten des Roten Wien. Der Wohnkomplex, der 1949 in Reismannhof umbenannt wurde, ist einer von insgesamt acht sogenannten Superblöcken, die die Gemeinde Wien in der Zwischenkriegszeit errichten ließ. Zusammen mit der bereits 1922 erbauten Wohnhausanlage Fuchsenfeldhof bildet der Reismannhof ein einheitliches Wohnviertel mit insgesamt rund 1.100 Wohnungen, zahlreichen Geschäften sowie sozialen Einrichtungen. Die gesamte Anlage wurde vom Architekturatelier Schmid & Aichinger in drei Bauetappen zwischen 1922 und 1925 errichtet, wobei der Reismannhof die dritte Phase der Verbauung des Fuchsenfeldes darstellt. Die diagonal verlaufenden Straßen Rizygasse und Karl-Löwe-Gasse führten zu spitzwinkeligen, kleinteiligen Parzellen, die von Heinrich Schmid und Hermann Aichinger zu einem einheitlichen Baukomplex zusammengeführt wurden. Durch bogenförmige Überleitungen entstanden fünf radial angeordnete Gartenhöfe mit insgesamt 35 Stiegen, die jeweils zu Nachbarhöfen, Straßen oder einer platzartigen Kreuzung geöffnet sind. Der zentrale Platz „Am Fuchsenfeld“ wird durch turmartige Eckbauten markiert und über große Rundbogen-Durchfahrten sowie Fußgängerdurchgänge erschlossen. Die gestaffelten Gebäudehöhen reagieren auf die Topografie und sorgen für gute Belüftung und natürliche Belichtung der Wohnungen. Unterschiedliche Bauhöhen, polygonale Erker, Erkertürmchen sowie eine vielfältige Fassadengestaltung verleihen der Anlage ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild. Geschäfte, soziale Einrichtungen und markante architektonische Elemente erzeugen einen kleinstädtischen Charakter, der Vorbild für spätere Wohnanlagen wie den Rabenhof und den Matteottihof war. Die Wohnanlage hieß ursprünglich „Am Fuchsenfeld“, benannt nach dem Flurnamen, der vermutlich auf das ehemalige Gasthaus „Zum Fuchsen“ zurückgeht. Nach der Behebung der Kriegsschäden wurde sie am 11. September 1949 zu Ehren des im KZ Auschwitz ermordeten sozialdemokratischen Politikers Edmund Reismann in Reismannhof umbenannt.

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