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Gemeindebau Wachauer Hof

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Locationnummer: 1020013

Gemeindebau
Innenhof
Spielplatz
Stiege
Wohnhausanlage
1920er
Innen- & Außenbereich

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Sozialdemokratie zur führenden Kraft im Wiener Rathaus, und 1922 wurde Wien ein eigenständiges Bundesland – der Beginn des „Roten Wien“. Mit umfassenden Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen sowie einem großen Wohnbauprogramm ab 1923 entstanden 63.000 moderne Gemeindewohnungen mit zahlreichen Gemeinschaftseinrichtungen als deutlicher Gegensatz zu den alten Mietskasernen. Ursprünglich verfügte der Hof über fünf Geschäftslokale, zwei Werkstätten, einen Kindergarten und Badeeinrichtungen. Später wurde die Zahl der Geschäftslokale auf zwei reduziert, der Kindergarten in eine Elternberatungsstelle umgewandelt und zusätzlich eine allgemeinmedizinische Praxis eingerichtet. Im Gegensatz zu vielen Gemeindebauten dieser Zeit wirkt der Wachauerhof nicht monumental, sondern romantisch und heimatverbunden. Das einladende, fast ländlich anmutende Eingangsportal zum Innenhof sowie Erker, Loggien und dezente Fassadenornamente gliedern den Bau und lassen ihn niedriger erscheinen. Das Hauptportal ist mit der Keramikplatte „Zwei Kundschafter“ geschmückt, einem biblischen Motiv aus dem Wachauer Wappen mit zwei Männern, die Weintrauben tragen. Weitere Reliefs zeigen „Die vier Lebensalter“ mit einer Weinlese, „Licht und Finsternis“ mit Tierkreiszeichen und Sonnenuhr sowie an der Fassade zur Vorgartenstraße zwei antikisierend dargestellte nackte Knaben. Der Hof wurde nach der niederösterreichischen Landschaft Wachau benannt - das Wachauer Wappen am Haupteingang des Hofes erinnert an das Weinland.

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