Pressekonferenz 2024
Das Drehaufkommen in Wien hat sich 2023 nach den Pandemiejahren endgültig
konsolidiert und war schon mit Jahresbeginn beständig im Aufwind. Geschäftsführerin
Marijana Stoisits: „Das Vienna Film Incentive und die mit Beginn des Jahres 2023 in
Kraft getretenen bundesweiten Filmincentives FISA+ und ÖFI+ haben die Attraktivität
des Filmstandortes Wien weiter erhöht und bescherten der Filmwirtschaft in Wien
einen enormen Wachstumsschub.“ Abgesehen von den öffentlich-rechtlichen und
privaten TV-Anbietern sind auch große internationale Streaminganbieter wie Netflix,
HBO/Warner Bros. Discovery und Amazon Prime mittlerweile ein fixer Partner der
heimischen Filmwirtschaft. Für die Wiener Filmbranche bedeutet das Vollbeschäftigung, für die Vienna Film Commission andauernde „high season“.
„Vor 15 Jahren hat die Stadt Wien mit der Gründung der Vienna Film Commission eine
wichtige, ebenso notwendige und – wie sich in den großen Erfolgen des
österreichischen Films spiegelt – auch goldrichtige Weichenstellung getroffen“, zeigt
sich Veronica Kaup-Hasler, amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft in
Wien überaus zufrieden und unterstreicht deren enorme Bedeutung: „Als im besten
Wortsinn Drehscheibe für das Filmemachen in Wien ist die Vienna Film Commission
die zentrale Partnerin der nationalen wie internationalen Filmschaffenden und
Filmwirtschaft, eine Kommunikationsschnittstelle, die ermöglicht, dass wunderbare
Filmstoffe und ebenso die Bilder aus der Kulturmetropole Wien ihren Weg auf die
Kinoleinwände der Welt finden.“
Geschäftsführerin Marijana Stoisits bedankt sich bei den langjährigen
Finanzierungspartner*innen der Vienna Film Commission: der Kulturabteilung der
Stadt Wien, dem Filmfonds Wien, der Wirtschaftsagentur, dem Wien Tourismus und
der Wirtschaftskammer Wien. „Mein ganz besonderer Dank“, so Stoisits, „gilt der
Stadtregierung mit all ihren Magistratsabteilungen, der Magistratsdirektion sowie den Unternehmungen der Stadt für die großartige Zusammenarbeit und
Aufgeschlossenheit für die sehr speziellen Anforderungen der Filmbranche. Ohne
diese aktiv gelebte Selbstverpflichtung der Stadt für den Film könnte die Vienna Film
Commission ihre Arbeit als Wiener Filmstandortagentur nicht so erfolgreich umsetzen.“
2023 wurden Anträge für 652 nationale und internationale Filmprojekte
verschiedenster Genres zur Bearbeitung bei der Vienna Film Commission eingereicht.
Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um 4,5%. Für diese Projekte
wurden von der Vienna Film Commission insgesamt 1151 Empfehlungsschreiben an
die zuständigen grundverwaltenden Dienststellen und die Antragsteller*innen
ausgestellt. Die Zahl der Empfehlungsschreiben ist damit gegenüber 2022 um 4,4%
gestiegen.
Die zum ersten Mal bei den Produktionsfirmen für 2023 abgefragte Zahl an Drehtagen
in Wien ergab in Summe rund 3000 Drehtage, davon entfielen 827 auf Spielfilm- und
Serienproduktionen.
2023 wurden 177 Empfehlungen für 104 internationale Projekte ausgestellt. Das
bedeutet einen geringfügigen Anstieg von 2%. Die meisten Projektansuchen aus dem
Ausland kamen aus Deutschland, Indien und Großbritannien sowie 19 weiteren
Ländern.
2023 hat die Vienna Film Commission mit 26 Magistratsabteilungen und Institutionen
der Stadt kooperiert. An der Spitze der Motiv-Rangliste steht mit 212
Empfehlungsschreiben die MA 42. Die Parks, Grünanlagen, Alleen, Ballkäfige und
Kinderspielplätze der Wiener Stadtgärten sind die mit Abstand begehrtesten
Drehmotive der Stadt, gefolgt von den vielen Märkten der MA 59 mit 67 Empfehlungen. An dritter Stelle folgt die via donau, an die 49 Empfehlungen für Donaukanal und
Donauinsel gingen.
Das Kundencenter Film der MA 46 (Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) ist der wichtigste Kooperationspartner der Vienna Film Commission.
Die Bescheide durch die MA 46 sind 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 5,8%
gestiegen, in Summe waren es 1236 Bescheide. Die Wiener Linien haben
131 Drehansuchen bewilligt. Wiener Wohnen hat im vergangenen Jahr für 38 Projekte
insgesamt 51 Genehmigungen für Gemeindebauten erteilt, bei den Wiener Friedhöfen
waren es 69 Projekte, am häufigsten wurde am Zentralfriedhof gedreht. Auf den
Liegenschaften des Wiener Hafens wurden 9 Projekte realisiert, im Wurstelprater 182.
Die Schönbrunn Group erteilte 102, die Bundesgärten 15 Drehgenehmigungen.
Die mit Abstand größte und längste Filmproduktion war 2023 „The Regime“ für HBO/
Warner Bros. Discovery. Unter der Regie von Stephen Frears und Jessica Hobbs
standen vier Wochen lang Stars wie Kate Winslet, Andrea Riseborough, Matthias
Schoenaerts und Karl Markovics in Wien vor der Kamera. Als Hauptmotiv diente das
Schloss Schönbrunn, gedreht wurde auch im Garten- und Stadtpalais Liechtenstein,
der Hofburg und dem Palais Pallavicini. Die erste Episode wurde vergangene Woche
auf HBO und auf Sky veröffentlicht. Weitere internationale Projekte waren „Beasts like
us“ für Amazon Prime, „Exterritorial“ für Netflix oder „Kafka“, das Ende März vom ORF
ausgestrahlt wird und die 4. Staffel der erfolgreichen internationalen Koproduktion
„Vienna Blood“.
Der Anteil der Dreharbeiten in der Inneren Stadt lag bei 19,5%, gefolgt von der
Leopoldstadt mit 9,1%, der Landstraße mit 6,4%, Mariahilf mit 5,3%, Alsergrund mit
4,8%, Döbling mit 4,7%, Rudolfsheim-Fünfhaus mit 4,6%. Gedreht wurde in allen 23
Wiener Bezirken.
Die Vienna Film Commission hat 2023 den Filmstandort Wien auf den Filmmärkten der
Filmfestspiele in Berlin und Cannes sowie bei Branchenveranstaltungen in Los
Angeles und London beworben.
Das Vienna Film Incentive wurde für 2024 weiter verlängert. Die bundesweiten
Filmincentives FISA+ und ÖFI+ unterstützen nicht nur die Produktionsfirmen bei ihren
Dreharbeiten, sondern auch Unternehmen der Postproduktion und im
Animationsfilmbereich. Der Bau der HQ7 Studios in Simmering durch den Wiener
Hafen verlief im Zeitplan. Die Fertigstellung der HQ7 Studios im 2. Quartal dieses
Jahres bedeutet für den Filmstandort Wien einen weiteren wichtigen Meilenstein. Auf
dem Studiogelände in Simmering – auf halber Strecke zwischen Flughafen und
Innenstadt – gibt es bereits ein Studio-Filmkrankenhaus, mehrere Ausstatter*innen
haben sich dort mit ihren Werkstätten etabliert.