
Gemeindebau Leopoldine-Glöckel-Hof
Locationnummer: 1120005
Während des Bürgerkriegs kam es in den großen Gemeindebauten der Umgebung zu schweren Kämpfen; auch die Wohnhausanlage von Josef Frank war im Februar 1934 Schauplatz dieser Auseinandersetzungen. Den Namen „Leopoldine-Glöckel-Hof“ erhielt der Bau am 12. September 1949 durch Bürgermeister Theodor Körner, in den 1950er-Jahren wurde das Dachgeschoß ausgebaut. Der „Leopoldine-Glöckel-Hof“ des Wiener Architekten Josef Frank liegt an der sogenannten „Ringstraße des Proletariats“ und ist als geschlossene Blockrandbebauung konzipiert. Durch ein raffiniertes Farbkonzept mit hellen Pastelltönen, unterschiedlich großen Fenstern und vorspringenden Balkonen wird die Monotonie der langen Fronten aufgebrochen, sodass der fünfgeschoßige Bau wie eine Abfolge einzelner Häuser wirkt. Trotz weitgehenden Verzichts auf Dekoration – abgesehen von weißen Farbumrahmungen – zählt die Anlage zu den spannendsten Wohnbauten der 1930er-Jahre. Leopoldine Glöckel wurde am 12. November 1871 in Wien geboren und war Pädagogin sowie sozialdemokratische Politikerin. Als Ehefrau des Schulreformers Otto Glöckel engagierte sie sich in Frauenorganisationen wie dem Allgemeiner Österreichischer Frauenverein, trat der Sozialdemokratische Partei Österreichs bei und war ab 1919 Mitglied des Wiener Gemeinderats und des Landtags. Während des Bürgerkriegs 1934 wurde sie inhaftiert; sie starb am 21. Mai 1937, eine Gedenktafel im Hof erinnert an sie.



