
Gemeindebau Sturhof
Locationnummer: 1020014
Aufgrund der ständigen Hochwassergefahr war eine Besiedelung des Gebiets über Jahrhunderte unmöglich. Erst die Donauregulierung von 1870 bis 1875 brachte Kontrolle über den Fluss und schuf die Grundlage für Industrialisierung und wirtschaftliche Entwicklung der Donaumonarchie. Das Wohnviertel entstand in kurzer Zeit mit einheitlichem Charakter; 1930 ging das Grundstück vom Donauregulierungsfonds an die Stadt Wien über. Der monumentale Baublock besteht aus vier winkelig angeordneten Trakten, die einen großen, begrünten Innenhof umschließen, mit steinernen Eingangsrahmungen in der Enghertstraße, Sturgasse und Offenbachstraße. Die Fassade ist klar und wirkungsvoll gegliedert: Balkone betonen den Haupteingang, leicht vorragende Mauerabschnitte fassen Fenster zu Bändern und Achsen zusammen, und der Wechsel von gelbem Putz und hellgrauen Elementen schafft eine markante Struktur. Betonte Ecken sowie turmartige Hoffassaden mit vertikal zusammengefassten Fensterachsen verstärken den charakteristischen Gesamteindruck. Die Straße ist nach Hofrat Wilhelm Ritter von Engerth (1814–1884) benannt, einem Generalinspektor der Staatseisenbahngesellschaft, Mitarbeiter der Donauregulierungskommission und Konstrukteur des Sperrschiffes am Beginn des Donaukanals in Nussdorf.



